Grundlagen
Die 10 Prinzipien sind als Leitfaden gedacht. Sie sollen Dich unterstützen, Dich und Deine Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen. Dies ist eine Einladung, sie nicht mit Härte und Dringlichkeit zu erzwingen.
Wenn Diäten funktionieren würden, dann bräuchte es doch nur eine einzige. Und diese würde dann für immer wirken. Ist das Deine Erfahrung?
Erstmal: warum willst Du überhaupt abnehmen? Ist das Dein eigener Wunsch oder kommt dieser Druck, diese Erwartungshaltung von außen? Welche Versprechen machst Du Dir selbst? (Wenn ich nur dünn wäre, dann…).
Jedes Mal, wenn Du eine Diät machst, signalisierst Du Deinem Körper, dass es eine Hungersnot zu überleben gilt. Dieses uralte Programm führt dazu, dass Dein Körper, sobald es wieder Essen gibt, dieses Defizit an Nahrung ausgleicht. Auch ändert sich für eine gewisse Zeit nach einer Diät dein Metabolismus, was bedeutet, dass Du in der Regel das verlorene Gewicht wieder zunimmst, selbst wenn Du weniger als zuvor isst. Oft ist das der Start in eine lange und mühselige ‚Diätkarriere'. Der sogenannte Jojo-Effekt macht sich breit.
Möchtest Du weiterhin Energie, Zeit und Geld für ein Konzept verwenden, das für ganz viele Menschen langfristig schlicht und einfach überhaupt nicht funktioniert? Wenn nein, dann verabschiede Dich von dieser falschen Hoffnung, dass die nächste Diät endlich die letzte sein wird.
Dein Körper braucht Energie. Er signalisiert Dir dies klar und deutlich. Wenn Du nicht auf diese völlig natürlichen und sinnvollen Signale hörst, kann das einen sogenannten ‚Urhunger' auslösen. Du kannst dies mit Deinem Atem vergleichen: Ja, du kannst ihn anhalten, aber irgendwann wird es so dringend, so überlebenswichtig – Du brauchst Luft.
Wenn Du Deinen Körper sehr lange aushungerst, kommt es zu einer ähnlichen Reaktion. In solchen Momenten verfällst Du leicht ins andere Extrem und isst weit über Dein Sättigungsgefühl hinaus.
Es ist also wichtig, Deinen Körper mit genug Essen zu versorgen, bevor dieser ‚Urhunger' über Dich hereinbricht. Oder läuft dein Handy ohne Strom?
Dieses viele Nachdenken über das Essen, dieses ‚Sollte ich, sollte ich nicht?'. Wenn Essen religionsähnlich wird und Essen plötzlich ‚gut' oder ‚böse' ist – kennst Du das? Indem Du mit wirklich jedem Essen Frieden schließt, fällt viel Druck weg und eine entspanntere Form des Essens wird möglich.
Nein, der Teller Pommes wird nicht sofort zu einer Fettleber führen. Die Sahnetorte wird Dich nicht automatisch zur DiabetikerIn machen. Dein Körper wird Dir höchstwahrscheinlich sehr bald signalisieren, wenn er sich nach mehr Abwechslung und Frische sehnt. Bis dahin: es gibt keine verbotenen Lebensmittel.
Oft ist es die innere Stimme, die Dich rügt oder verurteilt, weil Du etwas ‚schlechtes' gegessen hast, oder Dich lobt, weil du die minimale Kalorienmenge zu Dir genommen hast. Diese Essenspolizei: Woher kommen ihre Gesetze? Worauf basieren sie? Sind sie überhaupt korrekt oder in irgendeiner Weise sinnvoll?
Auch kann die Stimme der Essenspolizei eine ganz reale sein. Häufig richten wohlmeinende Verwandte und Bekannte nachhaltig Schaden an mit ihren übergriffigen Aussagen über Deine Art zu Essen oder Deinen Körper.
Ersetze die Stimme der Essenspolizei mit einem für Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden förderlichen inneren Dialog.
Was schmeckt Dir wirklich? Hast du jahrelang Salat mit Hühnchen gegessen, obwohl Dir die Hühnerbrust schon längst zum Hals raushängt? Isst Du alle möglichen ‚gesunden' Alternativen, wenn Du eigentlich nur ein Stückchen Torte wolltest?
Wenn Du genau das isst, worauf Du gerade Lust hast, im Idealfall in einer entspannten, einladenden Umgebung, dann hilft Dir dieser Genuss, Dich zufrieden und satt zu fühlen. So findest Du heraus, wo dieser Punkt ist, an dem Du weder zu viel noch zu wenig, sondern einfach genug gegessen hast.
Damit Dein Körper und Dein Geist realisieren können, dass Du genug gegessen hast, ist es wichtig, dass Du isst, worauf du wirklich Lust hast. Nimm Dir, wenn möglich, Zeit. Mach eine kleine Pause während des Essens, in der Du Dich fragst: Wie schmeckt mir das Essen? Wie groß ist mein Hunger gerade?
Lerne, wie es sich anfühlt, Deinem Körper zuzuhören und Dir zu vertrauen.
Sei Dir bewusst, dass jede Diät, jede Kalorienreduktion, ein Gefühl des Kontrollverlustes auslösen kann. Dein Körper weiß in der Regel nicht, dass du ‚nur mal schnell' auf Diät bist. Er fühlt, dass er verhungert und steuert dagegen. Hier sind keine Emotionen am Werk – Dein Körper funktioniert genau so, wie es sein soll. Du bist deswegen noch lange keine ‚Emotionale EsserIn'.
Das schließt nicht aus, dass Du bei gewissen Gefühlen (Langweile, Frustration, Stress, ...) zu Essen greifst. Essen mag Dich kurzfristig trösten, beruhigen oder ablenken – und das ist völlig menschlich. Auf lange Sicht wirst Du Dich aber mit der Ursache dieser Gefühle auseinandersetzen wollen.
Lerne zu akzeptieren, dass wir in unterschiedlichen Formen auf diese Welt kommen. Genauso, wie ein Mensch mit Schuhgröße 40 nur unnötig leiden wird, wenn er täglich Schuhgröße 37 trägt, so macht es keinen Sinn, Size Zero tragen zu wollen, wenn das nicht Deine Größe ist.
Ja, die Diätindustrie versucht uns etwas anderes einzureden. Sie definiert unberechtigterweise Schönheit und Perfektion für uns. Was Du schön findest – das darfst du bestimmen. Gib Deinem Körper eine Pause. Dein Körper leistet tagtäglich Unglaubliches. Er trägt Dich durch's Leben und ist Dein zu Hause. Jeder, absolut jeder Körper verdient Respekt.
Vergiss militanten Sport mit dem obersten Ziel, möglichst viele Kalorien zu verbrauchen. Suche Dir eine Aktivität aus, die Dir Freude macht und fühle den Unterschied. Wenn der Fokus auf dem Gefühl liegt, fällt es Dir leichter, Dich zu bewegen.
Finde heraus, wie Du Dich gerne bewegst: Alleine, in der Gruppe, intensiv oder gemütlich, im Freien oder zu Hause? Was sich für Dich richtig anfühlt, kannst Du leichter in Deinen Alltag integrieren.
Triff Deine Essensentscheidungen, indem Du Dich fragst: Was ist gut für meine Gesundheit, schmeckt mir und gibt mir ein gutes Gefühl? Und denk daran: Du musst nicht perfekt essen, um gesund zu sein. Tatsächlich ist Gesundheit multifaktoriell.
Die Art zu Essen, die zu Dir passt, Dich mit allen Nährstoffen versorgt und Dir Freude bereitet – die wirst Du auch langfristig beibehalten. Weiterentwicklung Deiner individuellen Esskultur ist das Ziel, nicht Perfektion.
Sei mutig. Sei Du selbst. Fühl Dich zu Hause in deinem Körper.
„Wenn ein Problem schwierig erscheint, entspanne Dich. Wenn es unmöglich erscheint, entspanne Dich noch mehr. Dann beginn damit, Dir Mut zu machen für kleine Veränderung und übe gerade so viel Druck auf Dich aus, dass Du einen Schildkrötenschritt vorankommst. Danach ausruhen, genießen, feiern. Dann noch einen Schritt. Du wirst sehen, dass Langsamkeit schnell ist, Sanftheit kraftvoll ist und Stille Berge versetzt."
Martha Beck
Das hängt ein wenig davon ab, wie Du am besten lernst. Meiner Erfahrung nach erreichst Du Deine Ziele am besten, wenn Du Dir Unterstützung holst von einem Profi wie mir. Ich begleite Dich durch diesen Prozess.
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